Die Geschichte von
Relais Villa Monte Solare

Der Monte Solare, die höchste Erhebung der Hügel, die das südliche Ufer des Trasimenischen Sees krönen, verdankt seine Berühmtheit einer jahrhundertealten Tradition. Sein Name leitet sich davon ab, dass er dem Sonnengott Sol Invictus geweiht ist.
Mitte der 1990er Jahre wurde, auch dank einer von der Archäologin Maria Cristina De Angelis geleiteten Ausgrabungskampagne, eine bedeutende anthropische Präsenz auf dem Berg festgestellt, die mindestens auf das 12. Jahrhundert v. Chr. Zurückgeht.
Noch heute sind auf dem Gipfel Reste von Mauern und Strukturen zu sehen, die in der Antike Teil eines für kulturelle und religiöse Zwecke genutzten Areals waren.
In etruskischer Zeit wurde dort um das 8. Jahrhundert v. Chr. ein Obelisk aus Pietra Serena mit einer imposanten Metallspitze aufgestellt. Der Obelisk fungierte als wahrer Sonnenkalender mit Inschriften und Reliefs auf jeder der vier Seiten, die den vier Himmelsrichtungen entsprechen.
Nachdem er mehr als 20 Jahre als verschwunden galt, wurde er 1642 in einem Kloster einer nahe gelegenen Stadt wiedergefunden. Der steinerne Teil ist heute noch dort zu sehen, während sich die Überreste der Metallspitze im Museo della Civiltà Etrusca (Museum der etruskischen Zivilisation) in Rom befinden.
In der Umgebung bestätigen heilige Stätten wie das Sanktuarium Santa Maria di Mongiovino die religiöse Bedeutung dieses Gebiets, und die zahlreichen Funde in der Renaissance-Wallfahrtskirche Santa Maria di Mongiovino, die auf heidnische und frühchristliche Zeiten zurückgehen, die unbestrittene Bedeutung der positiven spirituellen Energien dieses Ortes und seiner Umgebung.

Villa Monte Solare befindet sich mit 406 m auf halber Höhe der Erhebung. Ihr ursprünglicher Kern geht auf Ende des 15. Jahrhunderts zurück.
Die der heiligen Lucia geweihte, reizvolle Kapelle in den Gärten der Villa wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut und wird in einigen Chroniken der Stadt Perugia im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts beschrieben. Der Großteil der Gebäude auf dem Gelände stammen ebenfalls aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, wie einige Karten im bischöflichen Archiv in Perugia belegen.
Die Villa war in den letzten drei Jahrhunderten nicht nur Wohnsitz aristokratischer Familien, sondern auch Verwaltungssitz einer bedeutenden landwirtschaftlichen Tätigkeit.
Die frühesten Informationen über den Besitz von Don Lorenzo Cagnoni gehen auf das Jahr 1730 zurück. 1857 wechselten die Villa und ihre Ländereien ihren Besitzer vom gräflichen Geschlecht der „Conti Mancini di Panicale“ zu dem der „Conti Antonini di Sellano“. Bald darauf zwangen finanzielle Schwierigkeiten letztere zum Verkauf, woraufhin das Gut schließlich in den Besitz der Familie „Giommaroni Cherubini“ aus der Gegend Marscianos überging und bis zum Ableben des letzten Erbes Ende des letzten Jahrhunderts in deren Besitz verblieb.
Die Architektur der Villa ist die für das 18. Jahrhundert typische, ebenso wie die der nahe gelegenen „Limonaia“ (Orangerie) und auch die Gartenaufteilung in formalen Garten, geheimen Garten und Jagdgärten. In diesem zuletzt genannten Gartenbereich befindet sich neben bedeutenden botanischen Beständen auch ein „Roccolo“, eine Vogelfanganlage von besonderem historischen Wert.

Die etwa ein Jahrhundert währende Präsenz der Familie Giommaroni Cherubini zeigte sich unter anderem in der Umstrukturierung ihres großen Landwirtschaftsbetriebs mit einer verbesserten Wasserversorgung, der Extensivierung des Weinbaus und dem Anbau zahlreicher Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht.
Schließlich sei daran erinnert, dass diese Neuerungen in der Landwirtschaft unter Beibehaltung der sehr großen Anbauflächen mit jahrhundertealten Olivenbäumen erfolgten, die heute unter besonderem Schutz stehen und in die Zählung der historischen Olivenhaine Umbriens aufgenommen wurden.
Im Jahr 2013 wurde das Anwesen von der Familie Chang erworben, die sich während eines Urlaubs in Italien in den unbestreitbaren Charme dieses unberührten Teils der umbrischen Landschaft verliebte.
Heute ist das Relais Villa Monte Solare ein 4-Sterne-Hotel mit SPA, das jährlich etwa 9.000 Gäste empfängt und sich einer ausgezeichneten biologischen Produktion von nativem Olivenöl extra mit DOP-Prädikat Colli del Trasimeno rühmen kann.